Obst-Info Franken

Kern- und Steinobst Nr. 34 vom 23.09.2021

Vegetationsentwicklung in frühen bis mittleren Lagen

Kernobst: Ernte von Herbst- und Spätsorten. Im Wochenverlauf wird die Zwetschgenernte mit der Pflücke von ‘Presenta‘ in vielen Lagen zu Ende gehen.

Wettervorhersage

Bis einschließlich Montag liegen die Tageshöchstwerte zwischen 20 und 23 °C, nachts sinken die Temperaturen auf Werte zwischen 5 und 10 °C. Während der morgige Freitag eher bewölkt verläuft, ist es am Wochenende überwiegend sonnig. Erst zum Sonntag abend hin kündigen sich Niederschläge, evtl. auch Gewitter an

Fünfte Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung

.Die o.g. Verordnung ist am 8. September 2021 in Kraft getreten. Der genaue Wortlaut der Verordnung ist im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und kann unter folgendem Link nachgelesen werden.

Fünfte Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung Externer Link

Die Verordnung gilt grundsätzlich bundesweit, es können aber länderspezifisch abweichende Regelungen bzw. Ausnahmegenehmigungen getroffen werden. Wir informieren noch dazu.

Zusammengefasst hier die wesentlichen Änderungen, die auch den Obstbau betreffen:

Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat in:

  • Naturschutzgebieten (Verbot bestand bereits)
  • Wasserschutzgebieten
  • Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten
  • Heilquellenschutzgebieten

In Naturschutzgebieten, Nationalparks und gesetzlich geschützten § 30-Biotopen gilt:

  • Verbot der Anwendung von Herbiziden
  • Verbot der Anwendung von bienengefährlichen Insektiziden (Einstufung B1 – B3)
  • Verbot der Anwendung von bestäubergefährlichen Insektiziden (Auflage NN410)

Auf Grünlandflächen und Wald in FFH-Gebieten gilt:

  • Verbot der Anwendung von Herbiziden
  • Verbot der Anwendung von bienengefährlichen Insektiziden (Einstufung B1 – B3)
  • Verbot der Anwendung von bestäubergefährlichen Insektiziden (Auflage NN410)

Produktionsflächen für Sonderkulturen (wie z.B. Obstbau) sind hiervon ausgenommen.

Generelle Einschränkungen für den Einsatz von Glyphosat:

Unabhängig von den oben genannten Auflagen ist der Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flä-chen nur noch im Einzelfall zulässig, wenn andere Maßnahmen nicht geeignet oder zumutbar sind.
Die Einschränkungen für die Anwendung von Glyphosat werden bis zum 31.12.2023 gelten. Ab 2024 ist dann voraussichtlich mit einem generellen Verbot der Anwendung von Glyphosat auf EU-Ebene zu rechnen.

Kernobst

Mit Ausnahme von sehr spät reifenden Sorten wie Braeburn oder Fuji ist das optimale Erntefenster für die Pflücke bei den meisten Sorten erreicht bzw. überschritten. Soweit die Farbe passt sollte dann nicht mehr zu lange gewartet werden.

In abgeernteten Parzellen können die Hagelnetze geöffnet und zusammengebunden werden. Zum einen wird dadurch jetzt noch die Belichtung und damit die Blütenknospenqualität gefördert.
Zum anderen ist man gewappnet, falls es doch mal einen frühen Schneefall gibt. Zumindest Anfang Novem-ber hatten wir das in einzelnen Jahren schon.

Ab Mitte/Ende September wandert der Birnenknospenstecher in die Anlagen ein und beginnt kurze Zeit da-nach mit der Eiablage in die Bütenknospen.
Wir empfehlen in abgeernteten Anlagen Klopfproben durchzuführen.
Zur Bekämpfung kann Mospilan SG (0,125 kg) zum Einsatz kommen.
Käfer

Käfer

Schadbild im Frühjahr

Schadbild im Frühjahr

Birnenpockenmilbe 23.9.21
Ein Befall durch die Birnenpockenmilbe wird im Frühjahr, gleich nach dem Austrieb sichtbar.
Im Herbst suchen die Milben jetzt Überwinterungsver- stecke unter den Knospenschuppen auf.
Erfahrungen haben gezeigt, daß sie sich zu diesem Zeitpunkt am besten bekämpfen lassen.
Wir empfehlen in Befallslagen, nach Abschluss der Ernte, 1 bis 2 Behandlungen mit einen Netzschwefelpräparat
wie z.B. Kumulus WG (3,5 kg). Für eine gute Wirkung des Schwefels sind Temperaturen ab 18 °C notwendig.
Soweit nicht anders erwähnt, beziehen sich die genannten Mittelmengen auf l bzw. kg pro ha und 1 m Kronenhöhe.

Ansprechpartner

Thomas Riehl
AELF Kitzingen-Würzburg, Dienstort Kitzingen
Mainbernheimer Straße 103
97318 Kitzingen
Telefon: 09321 3009-1421
Mobil: 0173/8637484
Fax: 09321 3009-1011
E-Mail: poststelle@aelf-kw.bayern.de