Aktuelle Pflanzenbauhinweise für Unterfranken

Pflanzenbauhinweise für den Regierungsbezirk Unterfranken vom Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg e. V. und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg.

Monitoring auf Blattkrankheiten in Zuckerrüben

An ca. 60 % der untersuchten Standorte wurde die Erstschwelle bei Cersospora-Blattflecken überschritten ( ab 5 befallenen Blättern von 100 untersuchten - gültig bis 31. Juli). Weitere Blattkankheiten treten nur vereinzelt auf.
Mehrfach wurden bakterielle Blattflecken (Pseudomonas syringae) festgestellt, die leicht mit Cerospora verwechselt werden können. Typisch hierfür ist, dass die abgestorbenen Bereiche vertrocknen und herausbrechen, so dass die Blätter löchrig werden.

Zusammenfassung der Wochenergebnisse

Für den richtigen Behandlungstermin ist die schlagspezifische Befallssituation entscheidend. Bitte kontrollieren Sie Ihre Rübenschläge! Dazu entnehmen Sie zufällig über den Schlag verteilt 100 Blätter (ohne Herz- und alte Blätter) und zählen die Blätter mit Befall. Mehrfachbefall auf einem Blatt zählt als Eins.

Bekämpfungsschwellen Anzahl befallene Blätter von 100bis 31. Juli01. - 14. Aug.ab 15. Aug.
Erstbehandlung:51545
Zweitbehandlung:151545

Keine Spritzungen bei Temperaturen über 25 °C wegen starkem Wirkungsverlust – Behandlungen in den frühen Morgenstunden!
Wasseraufwandmengen von 400 l/ha verbessern die Benetzung und damit die Wirkung.

Hinweis für Fungizide in Zuckerrüben
Es besteht keine EU-Zulassung des "Wirkstoffs Epoxiconazol" mehr. Die "Aufbrauchfrist wurde bis zum 31. Oktober 2021" festgesetzt. Die betrifft die Mittel Duett Ultra, Juwel, Mercury und Rubric. Sollten Sie noch Restmengen dieser Mittel in Ihrem Pflanzenschutzlager haben, so sind diese entsprechend der Aufbrauchfrist noch diese Saison anwendbar und vorrangig aufzubrauchen. Nach dem 31. Oktober 2021 sind Mittel mit dem Wirkstoff Epoxiconazol kostenpflichtig zu entsorgen!

Vor kurzem erhielten zwei kupferhaltige Kontaktmittel (Funguran progress, Coprantol Duo) eine Notfallzulassung, die vor allem in Gebieten mit höherem Befallsdruck ergänzt werden sollten. Maximal zugelassene Aufwandmenge bei Funguran progress 2 x 2,5 kg/ha, bei Coprantol Duo 2 x 1,8 kg/ha.

Denken Sie auch an die Beseitigung Ihrer Schosserrüben.

Maiszünsler - Bewarnung

Inzwischen gilt der Flughöhepunkt als erreicht. D. h. die ersten Larven stehen kurz vor dem Schlupf oder sind bereits geschlüpft. Insektizidbehandlung sollen möglichst nah am Larvenschlupf erfolgen.
Der derzeitige, trockenen Witterung ist für die zweite Trichogramma-Ausbringung förderlich.

Genaue Fangzahlen

Informationen zu insektiziden Beizen zur Rapsaussaat 2021

Es besteht nur selten die Notwendigkeit Lumiposa 625 FS als Beize einzusetzen. Mit Lumiposa 625 FS sind erfahrungsgemäß Rapserdfloh und Schwarzer Kohltriebrüssler nicht im notwendigen Maß zu bekämpfen. Ausreichend ist hingegen die Wirkung gegen die Kleine Kohlfliege einzustufen. Jedoch ist dieser Schädling in Bayern nur lokal im bekämpfungswürdigen Umfang vorhanden.
Das Beizmittel Buteo Start ist bisher in Raps nur in den baltischen Staaten gegen Rapserdfloh zugelassen und wird dort angebeizt. Aus diesem Grund ist die Aussaat in Deutschland nach §32 PflSchG möglich. Da sowohl in Bayern als auch in anderen Bundesländern keine ausreichenden Erfahrungen über die Wirksamkeit gegenüber dem Rapserdfloh und/oder dem Schwarzen Kohltriebrüsslers und der Kleine Kohlfliege vorliegen, wird keine Anwendungsempfehlung ausgesprochen!

Wichtiger Hinweis zur Zuckerrübenaussaat 2021

Zuckerrübenfeld
Für die Aussaat 2021 ergab sich aufgrund des hohen Aufkommens von Blattläusen als Virusvektoren eine Notfallzulassung nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 für das Pflanzenschutzmittel Cruiser 600 FS mit dem Wirkstoff Thiamethoxam.
Die Aussaat mit Cruiser 600 FS pillierten Saatgutes ist bei der Südzucker AG in Bayern nur im Anbaugebiet der Zuckerfabrik Ochsenfurt für den Zeitraum vom 01.01.2021 bis 30.04.2021 genehmigt worden.
Meldung der Aussaat von mit dem Pflanzenschutzmittel Cruiser 600 FS (Wirkstoff Thiamethoxam) gebeiztem Zuckerrübensaatgut

Dem AELF Kitzingen-Würzburg ist die Aussaat unter Angabe von Gemarkung, Feldstücksnummer (laut FNN), FID-Nummer und Größe der für die Rübenaussaat bestimmten Flächen mindestens drei Werktage vor der Aussaat anzuzeigen:

Bitte vollständig ausgefüllt zurücksenden an poststelle@aelf-kw.bayern.de oder per Fax an die Nummer 0931/8010571550.

Im Serviceportal iBALIS
Erfassung von Gewässerrandstreifen

Wiese neben Bach

Seit dem 1. August 2019 ist es aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" verboten, natürliche oder naturnahe Bereiche entlang fließender oder stehender Gewässer in einer Breite von mindestens 5 Metern von der Uferlinie garten- oder ackerbaulich zu nutzen.   Mehr

Aktuelle Regelungen zur Düngerausbringung