Aktuelle Pflanzenbauhinweise für Unterfranken

Pflanzenbauhinweise für den Regierungsbezirk Unterfranken vom Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg e. V. und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg.

Winterraps: Käferzuflug gebremst

Nach einer ersten Einflugwelle vor allem von Geflecken Kohltriebrüsslern am milden Wochenende 17./18. Februar ist der Käferzuflug aktuell witterungsbedingt praktisch zum Erliegen gekommen.
Um Ihre konkrete Situation vor Ort einschätzen zu können: Wo noch nicht erfolgt, stellen Sie jetzt unbedingt in Ihren Rapsbeständen Gelbschalen auf und kontrollieren Sie diese möglichst zweimal wöchentlich im Abstand von ca. 3 Tagen. Die Schalen sollten ca. 15 - 20 m vom Feldrand entfernt und immer mindestens auf Bestandshöhe aufgestellt werden. Ein engmaschiges Gitter (max. 8 x 8 mm) schützt vor dem unbeabsichtigten Hineinfallen von Bienen und Hummeln. In das Füllwasser ist ein Spritzer Spülmittel zu geben.
Jede unnötige Behandlung ist eine eine unnötige Belastung für den Naturaushalt und vergrößert das Resistenzrisiko. Für die richtige Bekämpfungsstrategie ist es unabdingbar, die auftretenden Rüssler-Arten bestimmen zu können (Lupe!). Werden überwiegend Gefleckte Kohltriebrüssler gefangen (rote Füße), so kann der 2- bis 3-wöchige Reifungsfraß abgewartet werden. Bei starkem Auftreten des Großen Rapsstängelrüsslers jedoch muss die Bekämpfung innerhalb weniger Tage erfolgen.
Die aktuellen Fangzahlen des amtlichen Warndienstes können Sie hier einsehen:

Regionale Monitorings und Warndienste

Zulassungsende für S-Metolachlor und Trisulfuron

Die EU- Kommission hat die Zulassung des Wirkstoffes S-Metolachlor nicht mehr verlängert. Damit verlieren S-Metolachlorhaltige Herbizide z.B. Dual Gold und Gardo Gold im Juli 2024 die Zulassung. Entsprechend der Durchführungsverordnung müssen diese Produkte bis spätestens zum 23. Juli 2024 abverkauft und aufgebraucht werden.
Da die EU-Genehmigung für den Wirkstoff Triflusufuron nicht erneuert wurde, gilt eine Abverkaufs- und Aufbrauchfrist für Produkte mit diesem Wirkstoff, z.B. Debut oder Debut DuoActive, zum 20. August 2024.
Dies gilt auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.
Im Jahr 2024 ist der Einsatz dieser Produkte letztmals möglich. Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Terminhinweise

Fortbildungsveranstaltungen zur Sachkunde für den Zeitraum 2022-2024

Wir bieten in Unterfranken Fortbildungsveranstaltungen vor Ort für den aktuellen Fortbildungszeitraum 2022-2024 (für Altsachkundige) zur Sachkunde im Pflanzenschutz an. Wir werden jedem interessierten Landwirt die Möglichkeit bieten, die Veranstaltung zu besuchen.

Veranstaltungsorte und Anmeldeformular - Agrarberatung Bayern GmbH Externer Link

Termin vor Ort

20.02. Dienstag, Schraudenbach SW, 10 Uhr Sportheim
Hinweis: Die Fortbildungsveranstaltung in Schwarzach a. Main wurde wegen geringer Teilnehmerzahl storniert und steht für die Anmeldung nicht mehr zur Verfügung!

Online-Fortbildungsveranstaltungen zur Sachkunde für den Zeitraum 2022-2024

Montag, 19. Februar 2024, von 18:00 bis 22:00 Uhr
Montag, 26. Februar 2024, von 18:00 bis 22:00 Uhr

Info zum Zulassungsstand von Glyphosat

Die Europäische Kommission (KOMM) wird die Zulassung von Glyphosat für einen Zeitraum von zehn Jahren verlängern. Das kündigte die Brüsseler Behörde am16.11.2023 an.
Nach der aktuellen Rechtslage können in der Anwendungsperiode Frühjahr 2024 bei Bedarf Glyphosat-Präparate zur Regulierung von Altverunkrautung im Mulch- und Direktsaatverfahren eingesetzt werden. Die bisherigen Anwendungsbeschränkungen nach der PflSchAnwV bleiben unverändert bestehen.

Weitere Informationen - LfL Externer Link

Begrünung von GLÖZ-8-Brachflächen aus Sicht der Unkrautregulierung

Seit 2023 müssen mindestens vier Prozent der Ackerfläche Ackerbrachen und/oder Landschaftselementen vorbehalten sein. Eine aktive Begrünung der Brachflächen kann zu einem größeren ökologischen Nutzen beitragen. Im Hinblick auf eine spätere Rekultivierung als Ackerfläche sollte jedoch auf die richtige Zusammensetzung der Saatgutmischung geachtet werden.

Weitere Hinweise und Empfehlungen - LfL Externer Link

Rechtliche Einstufung bei Sommergerste im Herbstanbau

Im August wurde vom BVL die rechtliche Seite des Pflanzenschutzmitteleinsatzes (v.a. wichtig für die Herbizide) in einer Fachmeldung veröffentlicht
Die Kernaussage lautet: Für die Einstufung der Kultur im Hinblick auf die Zulassung der Pflanzenschutzmittel ist nur der Saattermin entscheidend. Wird also Sommergerste im Spätherbst gesät, gilt sie pflanzenschutzrechtlich als Wintergerste. Es können also nur Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die in Wintergerste oder generell in Gerste eine Zulassung haben. Die Anwendungsbestimmungen beziehen sich dann ebenfalls auf diese Einstufung. Das Risiko von Auswinterungsschäden und ggf. verminderter Pflanzenverträglichkeit von Pflanzenschutzmitteln ist nicht auszuschließen und von betrieblicher Seite zu tragen.

Empfehlungen der Pflanzenschutzmittel im Herbst in der Gerste - LfL Externer Link

Wenn die Sommergerste vor dem Ablauf des 31.12. angebaut wird, ist diese im Mehrfachantrag als Wintergerste zu kodieren. Es muss unbedingt beachtet werden, dass die Einstufung förderrechtliche Einschränkung hinsichtlich Fruchtfolge, zum Beispiel Ökoregelung und KULAP oder GLÖZ (Fruchtfolgeregelung) haben kann.

Umfrage Technische Universität München

Bereits heute, vor allem aber in der Zukunft sind Blühflächen zur Förderung der Artenvielfalt ein unumgänglicher Bestandteil der Agrarlandschaft. Um sie möglichst gut in den betrieblichen Ablauf zu integrieren, ist eine Weiterentwicklung bisheriger Maßnahmen (KULAP/VNP) notwendig. Dazu gehört nicht nur ein aus-reichender finanzieller Ausgleich, sondern auch eine Strategie, um Probleme wie das Aufkommen von Wurzelunkräutern zu vermeiden.
Um eine praxistaugliche Lösung zu erarbeiten, möchte die Technische Universität München (Weihenstephan) verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten für zukünftige Agrarumweltmaßnahmen im Bereich Blühflächen/Ackerbrachen von Landwirten in Bayern bewerten lassen. Unterstützen Sie dieses Vorhaben durch Ihre Teilnahme an einer ca. 20 - 30-minütigen Online-Umfrage. Als Dank gibt es die Möglichkeit, an einem Gutscheingewinnspiel für drei Gutscheine im Wert von je 50€ (Berufsbekleidung von Engelbert Strauss), teilzunehmen. Link zur Umfrage:

Umfrageserver Externer Link

Aufbrauchfristen beachten

Folgende Mittel (Auswahl) verlieren ihre Genehmigung bzw. haben sie schon verloren; sie können aber noch innerhalb ihrer Aufbrauchfrist letztmals verwendet werden: Betroffene Mittel (Auswahl)
Die Zulassung für die Clomazone-/Metazachlor-haltigen Pflanzenschutzmittel CIRCUIT SYNC TEC und Colzor SYNC TEC und deren Vertriebserweiterung Tribeca SYNC TEC wurde wiederrufen. Es gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 14. Januar 2024 und eine Aufbrauchfrist bis zum 14. Januar 2025.
Außerdem endeten die Zulassungen für Lamdex forte und Lambda WG und Hunter WG. Die Aufbrauchfrist läuft noch bis 30.06.2024.

Checkliste zur Einhaltung des Integrierten Pflanzenschutzes ist Pflicht!

Seit 2021 ist die Einhaltung der Grundsätze des Integrierten Pflanzenschutzes Bestandteil der Fachrechtskontrollen. Broschüre mit Informationen und Checkliste abrufbar unter:

Allgemeine Grundsätze des Integrierten Pflanzenschutzes – Hilfe zur Umsetzung und Dokumentation - Landesanstalt für Landwirtschaft Externer Link

Der ausgefüllte Fragebogen ist vom Betrieb mit den sonstigen Unterlagen und Nachweisen zum Pflanzenschutz aufzubewahren und vom Betrieb bei der Überprüfung vorzulegen.

Dokumentation von Pflanzenschutzmaßnahmen!

Jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, ist verpflichtet, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für drei Jahre aufzubewahren. Die Frist beginnt ab dem Kalenderjahr, das auf das Jahr des Entstehens der jeweiligen Aufzeichnungen folgt. Aufzeichnungen aus dem Jahr 2019 müssen somit im Zeitraum von 2020 bis einschließlich 2022 vorliegen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn im Jahr 2022 eine Kontrolle stattfinden würde, sind die Aufzeichnungen der Jahre 2019 bis 2021 vorzulegen. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden. Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen an.

Dokumentationsvorlage zum Herunterladen bzw. Drucken - LfL Externer Link

Die elektronische Dokumentation ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Aufzeichnungen können auch formlos erfolgen. Die Verwendung von Schlagkarteien ist möglich.

Im Serviceportal iBALIS
Erfassung von Gewässerrandstreifen

Wiese neben Bach

Seit dem 1. August 2019 ist es aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" verboten, natürliche oder naturnahe Bereiche entlang fließender oder stehender Gewässer in einer Breite von mindestens 5 Metern von der Uferlinie garten- oder ackerbaulich zu nutzen.   Mehr

Aktuelle Regelungen zur Düngerausbringung