Aktuelle Pflanzenbauhinweise für Unterfranken

Pflanzenbauhinweise für den Regierungsbezirk Unterfranken vom Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg e. V. und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg.

Schädlingssituation im Rapsanbau

Derzeit ist nur geringe Aktivität beim Rapserdfloh zu beobachten. An einzelnen Standorten wurde erster Zuflug von Schwarzen Kohltriebrüsslern festgestellt.
Weitere, verwechselbare Rüsslerarten sind so gut wie nicht vorhanden (der vereinzelt vorkommende Mauszahnrüssler ist durch sein blau-glänzendes Äußeres eindeutig zu unterscheiden). Der Hauptzuflug erfolgt im Gegensatz zum Erdfloh erst später gegen Mitte Oktober. Lassen Sie die Gelbschalen aus diesem Grund länger am Feld und beobachten Sie den Zuflug regelmäßig. Da noch keine offizielle Schadschwelle existiert, wird von Seiten der LfL eine Bekämpfung bei mehr als 10 Käfern/Gelbschale innerhalb von 3 Wochen empfohlen.
Um die Ausbreitung von Resistenzen möglichst zu verlangsamen, muss es das Ziel sein, unnötige Behandlungen zu vermeiden. Voraussetzung hierfür ist die Eigenbestandskontrolle! Behandeln Sie deshalb gegen den Erdfloh nur nach Erreichen der Schadschwelle. Ist eine Insektizidspritzung notwendig, dann warten Sie so lange wie möglich ab, damit Sie möglichst mit einer Behandlung auskommen und den möglicherweise später zufliegenden Schwarzen Kohltriebrüssler miterfassen können.
Die aktuellen Ergebnisse für Unterfranken finden Sie unter

Regionale Monitorings und Warndienste

Aktuelle Versuchsergebnisse

Sortenempfehlung Wintergerste

Sortenempfehlung Wintergerste für den Anbau 2022/23

Sortenempfehlung und Ergebnisse - LfL Externer Link

Sortenempfehlung Winterraps für den Anbau 2022/23

Allesandro KWS (Jura), Ambassador (Jura), Daktari, DK Expansion, Ernesto KWS, LG Activus, Otello KWS
Croozer (2-jährig geprüft für Standorte mit wirtschaftlichem Kohlherniebefall)

Sortenempfehlung und Ergebnisse - LfL Externer Link

Bekämpfung von Problemunkräutern auf Stoppelflächen

Wurzelunkräuter wie Disteln, Acker- und Zaunwinde sowie Ungräser wie z.B. Quecken können nach der Ernte auf der Stoppel erfolgreich bekämpft werden. Um gute Bekämpfungsvoraussetzungen zu schaffen, sollte das Stroh abgefahren werden. Mit der Bekämpfung muss so lange gewartet werden, bis diese Problemunkräuter und -gräser ausreichend neue Blattmasse gebildet haben. Bei Quecke sind dies 3 - 4 Blätter, bei Disteln und Winden eine Trieblänge von 30 - 50 cm, bei anderen Unkräutern ausreichend grüne Blattmasse. Wichtig ist es, die Mittel lange genug einwirken zu lassen (Ampfer, Quecken 1 - 2, Distel 3 - 4, Winden 6 - 8 Wochen), auch wenn die Blätter schon abgestorben erscheinen. Vorzeitiges Stoppelbearbeiten verringert die Dauerwirkung deutlich!

Für die Bekämpfung von schwer bekämpfbaren Wurzelunkräutern wie Winden oder Quecken sind Mittel mit dem Wirkstoff Glyphosat bzw. eine Kombination aus Glyphosat und dem Wuchsstoff 2,4 D zugelassen

Herbizide zur Spätbehandlung im Getreidebau 2022 Externer Link

Die besonderen Auflagen bei glyphosathaltigen Mitteln sind zu beachten!

Die Bekämpfung von Ausfallgetreide und Raps sowie einjährigen Ungräsern und Unkräutern sollte auf der Stoppel vorwiegend mechanisch erfolgen. Dies dient auch dazu, Bodenschädlinge einzudämmen.

Achtung:

Bei der Anlage von Zwischenfrüchten als ökologische Vorrangfläche ist im Antragsjahr nach der Vorkultur kein Pflanzenschutz erlaubt.

Zulassungsende bei Isopyrazam-haltigen Produkten seit 08.09.2022!

Es wurde eine Aufbrauchfrist bis zum 08.12.2022 gewährt. Dies bedeutet, dass mögliche Bestände Isopyrazam-haltiger Produkte in dieser Saison noch verbraucht werden müssen. Informationen zur Anwendung finden Sie im 6. Rundschreiben (14.04.2022) oder im 17. Beratungsfax (31.05.2022) des ER.

Checkliste zur Einhaltung des Integrierten Pflanzenschutzes ist Pflicht!

Seit 2021 ist die Einhaltung der Grundsätze des Integrierten Pflanzenschutzes Bestandteil der Fachrechtskontrollen. Broschüre mit Informationen und Checkliste abrufbar unter:

Die allgemeinen Grundsätze des Integrierten Pflanzenschutzes – Hilfe zur Umsetzung und Dokumentation - Landesanstalt für Landwirtschaft Externer Link

Der ausgefüllte Fragebogen ist vom Betrieb mit den sonstigen Unterlagen und Nachweisen zum Pflanzenschutz aufzubewahren und vom Betrieb bei der Überprüfung vorzulegen.

Dokumentation von Pflanzenschutzmaßnahmen!

Jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, ist verpflichtet, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für drei Jahre aufzubewahren. Die Frist beginnt ab dem Kalenderjahr, das auf das Jahr des Entstehens der jeweiligen Aufzeichnungen folgt. Aufzeichnungen aus dem Jahr 2019 müssen somit im Zeitraum von 2020 bis einschließlich 2022 vorliegen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn im Jahr 2022 eine Kontrolle stattfinden würde, sind die Aufzeichnungen der Jahre 2019 bis 2021 vorzulegen. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden. Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen an.

Dokumentationsvorlage zum Herunterladen bzw. Drucken - LfL Externer Link

Die elektronische Dokumentation ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Aufzeichnungen können auch formlos erfolgen. Die Verwendung von Schlagkarteien ist möglich.

Dokumentation von Glyphosatanwendungen
Der Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln ist durch die Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes und der Anwendungsverordnung für Pflanzenschutzmittel seit September 2021 stark eingeschränkt. Dies betrifft zum Beispiel Stoppel- und Vorsaatanwendungen (siehe Erzeugerring-Fax. Nr. 33 vom 15.September). Aus diesem Grund wird beim Einsatz von Glyphosat dringend geraten, den genauen Zweck des Einsatzes neben den allgemeinen Anwendungsdaten zu dokumentieren. Im Falle einer Kontrolle dient dies dem Anwender zu belegen, dass der Einsatz gemäß den Anwendungsbestimmungen durchgeführt wurde.

Im Serviceportal iBALIS
Erfassung von Gewässerrandstreifen

Wiese neben Bach

Seit dem 1. August 2019 ist es aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" verboten, natürliche oder naturnahe Bereiche entlang fließender oder stehender Gewässer in einer Breite von mindestens 5 Metern von der Uferlinie garten- oder ackerbaulich zu nutzen.   Mehr

Aktuelle Regelungen zur Düngerausbringung