Aktuelle Pflanzenbauhinweise für Unterfranken

Pflanzenbauhinweise für den Regierungsbezirk Unterfranken vom Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg e. V. und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg.

Schädlingskontrolle Raps – Erdfloh

Die Ergebnisse des Warndienstes Rapsschädlinge – Herbst 2021 finden Sie unter

Aktuelle Warndienste und Monitorings

Virusbefall im Wintergetreide vorbeugen

Zur Unterbrechung der „Grünen Brücke“ für Zikaden und Blattläuse, den Überträgern von Getreidevirosen, ist die Beseitigung von Ausfallgetreide enorm wichtig. Dies sollte vorzugsweise mechanisch erfolgen. Somit kann sich hier keine Infektionsquelle für Viruskrankheiten in Neusaaten der Wintergetreidekulturen entwickeln. Sofern noch mechanisch schwer regulierbare Wurzelunkräuter vorhanden sind, ist eine chemische Stoppelbehandlung ebenfalls denkbar. Frühsaaten im September haben ein deutlich höheres Gefährdungspotenzial im Hinblick auf die Verzwergungsviren.

Schädlingskontrolle in Raps

Schneckenbekämpfung:
Ein sorgfältig vorbereitetes, möglichst feinkrümeliges, abgesetztes Saatbett mit wenig Hohlräumen wirkt bereits wesentlich einer Schneckenvermehrung entgegen.
Das Streuen von Schneckenkorn kann bei feuchter Witterung bereits kurz nach der Aussaat notwendig sein, da die Schnecken oft bereits die Keimlinge im Boden schädigen. Bevor der Einsatz erfolgt, sind die Schläge nach dem Aussäen auf Schneckenbefall zu kontrollieren. Dies kann beispielsweise durch das Auslegen von Folien, Jutesäcken, Autogummimatten oder Brettern an besonders gefährdeten Stellen erfolgen. Wenn an fünf Kontrollstellen durchschnittlich unter jeder Falle mindestens eine Schnecke gefunden wird, dann ist eine Behandlung erforderlich. Kontrollieren Sie auch im Schlag und nicht nur in den verdächtigen Randbereichen. Nach stärkeren Regenfällen sollten Sie den Zustand der gestreuten Schneckenköder kontrollieren, um gegebenenfalls rechtzeitig nachlegen zu können. Der Raps ist bis zum 4-Blatt-Stadium gefährdet.
Rapserdfloh:

Die Kontrolle erfolgt bis BBCH 16 (6-Blatt-Stadium) mittels Gelbschalen (möglichst bodennah, u. U. 1/3 in den Boden eingraben) und durch Blattkontrollen auf Lochfraß. Schadschwellen: mehr als 50 (schlechter, lückiger Bestand) bis 100 (guter, gleichmäßiger Bestand) gefangene Rapserdflöhe in 3 Wochen (in Summe) oder mehr als 10 % Fraßschaden an den Blättern. Um die Masse der Rapserdflöhe zu erwischen, darf nicht zu früh behandelt werden. Bei geringem Befallsdruck besteht keine Notwendigkeit zur Behandlung.

Herbizideinsatz in Raps - Kritische Wirkstoffe

Der Wirkstoff Metazachlor ist Teil des Wirkstoff-Risikomanagements für den Grundwasserschutz in Bayern. In Wasserschutz- und Wassereinzugsgebieten wird empfohlen, auf den Einsatz ganz zu verzichten und alternative Präparate zu verwenden.
Auch auf grundwassersensiblen Standorten sollte die Anwendung von Metazachlor so weit wie möglich minimiert werden.
Grundsätzlich werden nur noch Lösungen mit niedrigem Metazachlor-Wirkstoffaufwand (max. 500 g/ha Metazachlor) empfohlen.
Für dieses standortspezifische Einsatzkonzept trägt die landwirtschaftliche Praxis eine hohe Eigenverantwortung. Das Zurückfahren des Anwendungsumfangs hinsichtlich Behandlungsfläche und Einsatzmenge bietet die Chance, den Wirkstoff längerfristig zu sichern und eine Verschärfung der Anwendungsbestimmungen (z.B. NG 301-1: Keine Anwendung in vom BVL ausgewiesenen Wasserschutzgebieten
und Einzugsgebieten von Trinkwassergewinnungsanlagen) zu vermeiden.
Seit 2012 gelten für Clomazone-haltige Mittel Auflagen, die ihren Einsatz stark begrenzen, vor allem aufgrund der geforderten Mindestabstände zu Nachbarflächen (NT154). Bei der Anwendung sind unbedingt auch die weiteren, vorgeschriebenen Bestimmungen einzuhalten: mindestens 300 l/ha Wasseraufwand und nur mit verlustmindernden Geräten (mindestens 90 % Abdriftminderung) und einer Fahrgeschwindigkeit von max. 7,5 km/h. Es ist ein flächenscharfer Anwendungsplan mit Angaben zu Saat- und Anwendungszeitpunkt, Aufwand- und Wassermenge sowie Details der Anwendungstechnik während der Behandlung zu Kontrollzwecken mitzuführen (NT152).

Bekämpfung von Problemunkräutern auf der Stoppel

Ausfallkulturen und einjährige Ungräser und Unkräuter können nach deren Auflaufen bei trockenen Bedingungen sehr gut mechanisch bekämpft werden. Auch bei Wurzelunkräutern ist eine wiederholte, mechanische Bekämpfung in Erwägung zu ziehen.

Daneben kann bei Problemunkräutern wie Winde, Distel oder Quecke auf der Stoppel auch eine effektive chemische Behandlung sinnvoll sein. Beachten Sie dabei folgende Punkte:

  • Stroh möglichst abfahren oder sehr kurz häckseln und gleichmäßig verteilen.
  • Keine Bodenbearbeitung durchführen, sondern Problemunkräuter aufwachsen lassen.
  • Behandlung erst nach ausreichender Trieblänge durchführen, bei Quecke, Distel und Winde möglichst erst bei einer Trieblänge von 30 – 40 cm.
  • Wüchsig, warme Witterung beeinflusst die Wirkung nach der Behandlung positiv.

Die chemische Behandlung zieht Einschränkungen bezüglich Bodenbearbeitung, Nachbau von Raps oder Zwischenfrüchten (Greening!) nach sich! Ausführliche Informationen dazu im ER-Rundschreiben 6/2021 sowie 4/2021.

Im Serviceportal iBALIS
Erfassung von Gewässerrandstreifen

Wiese neben Bach

Seit dem 1. August 2019 ist es aufgrund des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" verboten, natürliche oder naturnahe Bereiche entlang fließender oder stehender Gewässer in einer Breite von mindestens 5 Metern von der Uferlinie garten- oder ackerbaulich zu nutzen.   Mehr

Aktuelle Regelungen zur Düngerausbringung