Obst-Info Franken

Kern- und Steinobst Nr. 25 vom 19.05.2026

* Unsere Hinweise erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Obstinformationszentrum Hiltpoltstein. In sehr späten Lagen Frankens werden die unten beschriebenen Entwicklungen/Ereignisse ggf. erst in 1 bis 2 Wochen erreicht.

Vegetationsentwicklung in frühen bis mittleren Lagen Frankens

‘Williams Christ‘

‘Williams Christ‘

‘Braeburn‘

‘Braeburn‘

‘Katinka‘

‘Katinka‘

‘Bellise‘

‘Bellise‘

Apfel/Birne:

BBCH 72 (= FG bis 20 mm).

Kirschen und Zwetschgen:

(BBCH 73-79 je nach Sorte) Frühe Kirschsorten beginnen mit dem Umfärben.

Die Vegetationsentwicklung entspricht weitgehend der des Vorjahres.

Wettervorhersage

Heute kann im weiteren Tagesverlauf etwas Regen fallen, zumeist bleibt es aber niederschlagsfrei. Die Temperaturen steigen auf Werte um 17 °C an. Am Mittwoch überwiegend bewölkt mit schauerartigen Niederschlägen und Temperaturwerten ebenfalls bis 17 °C. Ab Donnerstag zunehmende Temperaturen, die zum Wochenende hin sogar bis auf 30 °C ansteigen. Dazu bleibt es dann niederschlagsfrei.

Kernobst

Schorf / Mehltau

Der Ascosporenflug geht nun seinem Ende entgegen. Erste Schorfflecke können vereinzelt gefunden werden. Verschaffen Sie sich jetzt einen Überblick über die Situation in der Anlage!
Durch die zunehmende Erwärmung ab der zweiten Wochenhälfte steigt der Druck durch Mehltaupilze wieder an.
Vor den angekündigten Niederschlägen empfehlen wir den Belag mit z.B. Delan WG (0,25 kg) unter Zusatz eines Mehltaufungizids wie z.B. Nimrod EC (0,3 l), Flint (0,05 kg) o.a. zu erneuern.
Mit Mehltau befallene Triebe kontinuierlich ausbrechen!

Birnblattsauger / Blutlaus

Die abgelegten Eier des Gemeinen Birnblattsaugers sind jetzt intensiver gelb gefärbt. Der Schlupf wird mit zunehmender Erwärmung spätestens in der kommenden Woche einsetzen. Die Witterung ab der zweiten Wochenhälfte bietet günstige Bedingungen für den Einsatz von Movento SC (0,75 l).

Gleiches gilt für den Einsatz von Movento SC 100 in Anlagen/Sorten mit Blutlausproblemen. Die Notwendigkeit eines Einsatzes sollte aber in Abhängigkeit des Befallsdrucks und der in der Anlage vorhandenen Nützlingspopulationen (Ohrwürmer, Marienkäfer u.a.) abgewogen werden.

Alternativ kann auch der Einsatz einer Kombination aus Teppeki (0,07 kg) + Neudosan (10 l) getestet wer-den. Neuere Versuchsergebnisse zeigen, daß hiermit auch eine befriedigende Wirkung auf Blutläuse erzielt werden kann. Andere Blattlausarten werden, ebenso wie beim Einsatz von Movento SC 10, mit bekämpft.

Fruchtausdünnung

Maßnahmen mit Brevis (bis 2.2 kg/ha) sind maximal bis zu einer Fruchtgröße von ca. 20 mm aussichtsreich. Wichtig für eine gute Wirkung sind dabei aber vor allem auch die Anwendungsbedingungen (Nachttempera-turen zwischen 10 und 15 °C). Entsprechende Bedingungen dürften ab Donnerstag wieder gegeben sein.
Der Einsatz sollte aber gut abgewogen werden. Sinnvoll dürfte eine Anwendung vorrangig bei solchen Sor-ten sein, wo jetzt noch mehrere gleichgroße Früchte am Fruchtstand vorhanden sind und kaum eine Diffe-renzierung zu erkennen ist. Möglich ist es auch gezielt nur die oberen Kronenpartien zu behandeln.
Aufgrund der zurückliegenden kalten Witterung ist nach unserer Einschätzung auch noch mit einem stärkeren Juni-Fruchtfall zu rechnen.

Steinobst

Kirschfruchtfliege (KFF) / Kirschessigfliege (KEF)
Der Flug der Kirschfruchtfliege hat in der vergangenen Woche eingesetzt.
Frühe Kirschsorten sind am Umfärben.
Hinsichtlich der Bekämpfungsstrategie bzw. der Erntetermine kann man sich nach derzeitiger Einschätzung am Vorjahr orientieren. In frühen Lagen dürfte der Erntebeginn bei ‘Burlat‘ um den 30. Mai und bei ‘Bellise‘ um den 5. Juni herum liegen.

Für die Bekämpfung der Schädlinge stehen Mospilan SG und Exirel zur Verfügung.
Beide Präparaten wirken sowohl gegen die KFF, als auch gegen die KEF.
Mospilan SG ist dabei stärker in der Wirkung gegen die KFF, Exirel ist stärker in der Wirkung gegen die KEF.

Wir empfehlen Frühsorten ca. 10 Tage vor dem voraussichtlichen Erntebeginn mit Mospilan SG bzw. Danjiri (0,125 kg – WZ: 7 Tage) gegen die Kirschfruchtfliege zu behandeln.
Bei mittleren und späten Sorten empfehlen wir grundsätzlich 2 Behandlungen mit Mospilan SG / Danjiri durchzuführen. Dabei sollte die erste Maßnahme ca. 20 Tage und die zweite Behandlung ca. 10 Tage vor der Ernte erfolgen.

Bei Befallsgefahr durch die Kirschessigfliege empfehlen wir, etwa 1 Woche vor der Ernte, eine zusätzliche Behandlung mit Exirel (0,3 l – WZ: 7 Tage).
Da die Kirschessigfliegen auf schattige Bereiche mit hoher Luftfeuchte angewiesen sind, empfehlen wir dringend die Fahrgassenbegrünung niedrig und die Baumstreifen bewuchsfrei zu halten. Zur Abschätzung der Befallsgefahr können Fallen mit Köderflüssigkeit aufgehängt, sowie Kontrollen auf Eiablagen durchgeführt werden. Auch die Beobachtung auf das Auftreten von Taufliegen in den frühen Morgenstunden kann Hin-weise auf die Notwendigkeit von Behandlungen geben.

Fruchtmonilia

hat eine Zulassung für Notfallsituationen im Pflanzenschutz zur Bekämp-fung von Schildlaus-Arten an Süßkirsche, Sauerkirsche, Pfirsich, Aprikose und Pflaume erhalten.
Aufwand: 0,75 l. Wartezeit: 21 Tage. Weitere Details zur Zulassung im angehängten Bescheid.

Termine

17.06.2026 • 10:00 - 15:30
Techniktag ObstbauDie Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau veranstaltet auf dem Versuchsgelände Stutel in Thüngersheim einen Techniktag.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
VeranstaltungsortAm Stutel 3, 97291 Thüngersheim, LWG-Versuchsgelände für Obstbau und Baumschule

Soweit nicht anders erwähnt, beziehen sich die genannten Mittelmengen auf l bzw. kg pro ha und 1 m Kronenhöhe.

Ansprechpartner

Thomas Riehl
AELF Kitzingen-Würzburg
Mainbernheimer Straße 103
97318 Kitzingen
Telefon: 09321 3009-1420
Mobil: +49 173 8637484
Fax: 09321 3009-1011
E-Mail: poststelle@aelf-kw.bayern.de