Obst-Info Franken

Kern- und Steinobst Nr. 29 vom 11. Juni 2024

Unsere Hinweise erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Obstinformationszentrum Hiltpoltstein. In sehr späten Lagen Frankens werden die unten beschriebenen Entwicklungen/Ereignisse ggf. erst in etwa 10 bis 14 Tagen erreicht.

Vegetationsentwicklung in frühen bis mittleren Lagen Frankens
Gala

Gala

Elstar

Elstar

Korvic

Korvic

Katinka

Katinka

Äpfel:

BBCH 74-75. Kirschen: Ernte mittelfrüher Sorten der 3.-4. KW. Ungefährer Vegetationsvorsprung zum Vorjahr: 4 bis 5 Tage.

Wettervorhersage
Heute und morgen werden nur Höchsttemperaturen zwischen 17 und 19 °C erreicht. Im weiteren Wochenverlauf steigen die Temperaturen dann wieder leicht an und erreichen Werte bis max. 24 °C. Dabei sind am Wochenende leichte Schauer möglich. Es bleibt aber überwiegend trocken.

Steinobst

Durch die eher moderaten Temperaturen hat sich der Vegetationsvorsprung zum Vorjahr weiter verringert, so daß die voraussichtlichen Erntetermine nur noch etwa 4-5 Tage früher als 2023 liegen dürften.
Der Flug der Kirschfruchtfliege ist kontinuierlich auf einem mittleren Niveau. Achten Sie darauf, die empfohlenen Behandlungen konsequent durchzuführen! Bei mittleren und späten Sorten empfehlen wir grundsätzlich 2 Behandlungen mit Mospilan SG / Danjiri (0,125 kg – WZ: 7 Tage) durchzuführen. Dabei sollte die erste Maßnahme ca. 20 Tage und die zweite Behandlung ca. 10 Tage vor der Ernte erfolgen.
Bei Befallsgefahr durch die Kirschessigfliege empfehlen wir, etwa 1 Woche vor der Ernte, eine zusätzliche Behandlung mit Exirel (0,375 l – WZ: 7 Tage).
Das Auftreten von Fruchtfäulen wird durch die aktuelle Witterung stark gefördert. Zum Schutz vor Fruchtmonilia empfehlen wir den Einsatz von z.B. Signum (0,25 kg – (WZ: 7 Tage).
Im Verlauf des Juni kommt es häufig zu einem stärkeren Aufbau von Spinnmilben in Kirschen- und Zwetschgenanlagen. Kontrollieren Sie ihre Bestände auf Befall.
Zur Bekämpfung könnnen folgende Mittel eingesetzt werden:
- Kiron (0,75 l – WZ: 21 Tage – max. 1 Anwendung)
- Kanemite SC (0,625 l – WZ: 21 Tage – max. 1 Anwendung)
Pflaumenwicklerbekämpfung 2024

Zur Bekämpfung des Pflaumenwicklers stehen in diesem Jahr folgende Präparate zur Verfügung:

  • Insegar (Fenoxycarb)
    0,2 kg – B1 – max. 1 Anwendung - WZ: 70 Tage!!!
    Der Einsatz des Mittels ist aufgrund der langen Wartezeit von 70 Tagen problematisch bzw. nur bei spä-ten Sorten möglich. Warenverfügbartkeit? Einsatz heuer (vermutlich) nun wirklich letztmalig möglich!
  • Coragen (Chlorantraniliprole)
    0,0875 l – B4 – max. 2 Anwendungen - WZ: 14 Tage
  • Minecto One (Cyantraniliprole)
    0,0625 kg – max. 0,125 kg/ha - B1 – max. 1 Anwendung – WZ: 7 Tag
  • Exirel (Cyantraniliprole) – Indikation Pflaumenwickler
    0,25 l – max. 0,5 l/ha - B1 – max. 1 Anwendung – WZ: 7 Tage
  • Exirel (Cyantraniliprole) – Notfallzulassung gegen Kirschessigfliege 15.06 bis 12.10.2024
    0,375 l – max. 0,75 l/ha - B1 – max. 2 Anwendungen – WZ: 7 Tage
    Innerhalb von Wasserschutzgebieten ist nur 1 Anwendung zulässig.
  • Mospilan SG (Acetamiprid)- Indikation Blattläuse
    0,125 kg – B4 – max. 2 Anwendunge – WZ: 14 Tage
    Nebenwirkung auf schlüpfende Pflaumenwicklerlarven im Rahmen einer Blattlausbekämpfung
Empfehlung

Frühsorten bis Katinka
1 Behandlung mit Exirel/Minecto One, ca. 10 bis 14 Tage vor der Ernte
Mittelfrühe Sorten bis C. Schöne/Topfive
2 Behandlungen mit Exirel/Minecto One, ca. 20 und 10 Tage vor der Ernte
Mittelspäte und späte Sorten
1 Behandlung mit Coragen, ca. 5 Wochen vor der Ernte
2 Behandlungen mit Exirel/Minecto One, ca. 20 und 10 Tage vor der Ernte
Ab Mitte/Ende Juni ist dann auch mit erstem Befall durch Pflaumenrost zu rechnen. Zur Bekämpfung, mit gleichzeitiger Wirkung gegen Fruchtmonilia, kann Signum (0,25 kg – WZ: 7 Tage) eingesetzt werden.

Kernobst

In einzelnen Regionen tritt dieses Jahr verstärkt Feuerbrandbefall auf. Um einen besseren Überblick über die Gesamtsitutation zu bekommen, bitten wir um Rückmeldung, wo Befall auftritt bzw. Befallsverdacht be-steht.
Befallsstellen möglichst umgehend, großzügig bis ins gesunde Holz ausbrechen. Die Maßnahmen bei tro-ckener Witterung durchführen. Da das befallene Material weiterhin infektiös ist, muss es sicher entsorgt werden! Idealerweise wird das befallene Holz gleich vor Ort verbrannt. Wenn eine Zwischenlagerung am Rande der Anlage erfolgt, sollte es mit einer wasserdichten Plane abgedeckt werden.
Der Junifruchtfall ist weitgehend abgeschlossen und der Behang somit jetzt gut abschätzbar. Neben den Frostereignissen hat ein starker Fruchtfall dieses Jahr zusätzlich dazu geführt, daß sich Überbehänge bei vielen Sorten in Grenzen halten. Aufgrund der vielen Niederschläge und des damit verbundenen starken Wachstums ist die Fruchtgrößenentwicklung in diesem Jahr sehr gut bzw. bei manchen Sorten auch zu gut, so daß mit Übergrößen gerechnet werden muß. Wo notwendig, sollte aber noch eine qualitätsorientierte Handausdünnung erfolgen. Hierbei werden zunächst zu kleine und beschädigte (Hagel/Frost/Schorf) Früchte beseitigt. Auch Früchte an sehr ungünstigen, schlecht belichteten Positionen im Baum werden ent-fernt. Pro Fruchtbüschel sollten dann maximal 2, in Ausnahmefällen auch 3 Äpfel belassen werden.
Bei den gängigen Pflanzdichten von ca. 1 m sind Behangszahlen zwischen 80 und 100 Früchten pro Baum anzustreben. Bei Jungbäumen sollte etwa auf folgende Behänge ausgedünnt wer-den: 1. Laub (max. 5 Früchte), 2. Laub (max. 25 Früchte), 3. Laub (max. 50 Früchte), 4. Laub (max. 70 Früchte).
Vor den nächsten Niederschlägen empfehlen wir den Schutz gegen Schorf, Mehltau u.a. Pilzkrankheiten zu erneuern. Empfehlung: Merpan 80 WDG (0,625 kg) oder Delan WG (0,25 kg) plus Mehltaumittel wie z.B. Topas (0,125 l).
Zur Stippebekämpfung regelmäßig (alle 10 bis 14 Tage) Calciumpräparate wie z.B. Wuxal Calcium (5 l/ha) o.a. einsetzen.
Zur Bekämpfung des Apfelwicklers sollte eine erste Maßnahme mit Coragen (0,0875 l) erfolgt sein. Eine Folgebehandlung ist nach 3 bis 4 Wochen einzuplanen.
Alternativ können Granuloseviruspräparate wie z.B. Madex Max (0,05 l), u.a. eingesetzt werden. Die Be-handlungen müssen in wöchentlichen Abständen wiederholt werden.
Der Befallsdruck durch Spinnmilben ist bisher sehr gering. Kontrollieren Sie die Entwicklung in den nächs-ten Wochen regelmäßig. Zur Bekämpfung kann z.B. Milbeknock Top (0,625 l) eingesetzt werden
Soweit nicht anders erwähnt, beziehen sich die genannten Mittelmengen auf l bzw. kg pro ha und 1 m Kronenhöhe.

Ansprechpartner

Thomas Riehl
AELF Kitzingen-Würzburg
Mainbernheimer Straße 103
97318 Kitzingen
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Mobil: +49 173 8637484
Fax: 09321 3009-1011
E-Mail: poststelle@aelf-kw.bayern.de