Obst-Info Franken
Kern- und Steinobst Nr. 26 vom 26.05.2026
* Unsere Hinweise erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Obstinformationszentrum Hiltpoltstein. In sehr späten Lagen Frankens werden die unten beschriebenen Entwicklungen/Ereignisse ggf. erst in 1 bis 2 Wochen erreicht.
BBCH 72-73
Frühe Kirschsorten in zunehmender Rotfärbung.
Die Vegetationsentwicklung entspricht weitgehend der des Vorjahres.
Nach derzeitiger Prognose bleibt uns das heiße und trockene Wetter zumindest bis zum Wochenende erhalten.
Ab Samstag bzw. Sonntag sind aktuell wieder Niederschläge gemeldet.
Bei anhaltender Trockenheit rechtzeitig für Zusatzbewässerung der Bäume sorgen. Je nach örtlicher Situation und Größe/Alter der Bäume besteht aktuell ein ungefährer durchschnittlicher Wasserbedarf zwischen 4 und 8 Liter pro Baum und Tag.
Schäden durch Schildläuse nehmen in den letzten Jahren im Gebiet zu. Ursächlich hierfür sind auch u.a. die trockenen Bedingungen während des Sommers. Der Befall wird häufig nicht erkannt, da die Schädlinge gut versteckt unter Schichten aus Algen, Flechten oder Moosen auf der Rinde sitzen. Sie sind in der Regel erst dann gut zu erkennen, wenn man den oberflächlichen Belag auf der Rinde etwas mit dem Messer entfernt. Typische Schadsymptome sind das Absterben einzelner Astpartien oder auch des ganzen Baumes. Treten solche Absterbeerscheinungen auf, ist der Befall mit Schildläusen meistens schon so massiv, dass die Bäume am besten gerodet und verbrannt werden. Hauptsächlich betroffen sind Zwetschgenbäume, ein Befall an Birnbäumen ist aber ebenfalls möglich.
Steinobst
In frühen Lagen dürfte die Ernte bei ‘Bellise‘ in der kommenden Woche beginnen.
Frühsorten, soweit möglich, durch Netze o.a. Maßnahmen vor Vögeln schützen!
Der Flug der Kirschfruchtfliege hat durch die Erwärmung über Pfingsten weiter zugelegt. Hinsichtlich der Bekämpfungsstrategie bzw. der Erntetermine kann man sich nach derzeitiger Einschätzung am Vorjahr orientieren. In frühen Lagen dürfte der Erntebeginn bei ‘Burlat‘ um den 30. Mai und bei ‘Bellise‘ um den 5. Juni herum liegen.
Für die Bekämpfung der Schädlinge stehen Mospilan SG und Exirel zur Verfügung. Beide Präparaten wirken sowohl gegen die KFF, als auch gegen die KEF.
Mospilan SG (Acetamiprid) ist dabei stärker in der Wirkung gegen die KFF, Exirel (Cyantraniliprole) ist stärker in der Wirkung gegen die KEF.
Aufgrund der Absenkung verschiedener Referenzwerte für den Wirkstoff Aceta-miprid im vergangenen Jahr, empfehlen wir beim Einsatz von Mospilan SG eine Wartezeit von mindestens 10 Tagen einzuplanen, um die vom LEH geforderten Werte einzuhalten.
Wir empfehlen Frühsorten ca. 10 Tage vor dem voraussichtlichen Erntebeginn mit Mospilan SG bzw. Danjiri (0,125 kg – WZ: 7 Tage) gegen die Kirschfruchtfliege zu behandeln. Bei mittleren und späten Sorten empfehlen wir grundsätzlich 2 Behandlungen mit Mospilan SG / Danjiri durchzuführen.
Dabei sollte die erste Maßnahme ca. 20 Tage und die zweite Behandlung ca. 10 Tage vor der Ernte erfolgen.
Bei Befallsgefahr durch die Kirschessigfliege empfehlen wir, etwa 1 Woche vor der Ernte, eine zusätzliche Behandlung mit Exirel (0,3 l – WZ: 7 Tage).
Da die Kirschessigfliegen auf schattige Bereiche mit hoher Luftfeuchte angewiesen sind, empfehlen wir dringend die Fahrgassenbegrünung niedrig und die Baumstreifen bewuchsfrei zu halten. Zur Abschätzung der Befallsgefahr können Fallen mit Köderflüssigkeit aufgehängt, sowie Kontrollen auf Eiablagen durchgeführt werden. Auch die Beobachtung auf das Auftreten von Taufliegen in den frühen Morgenstunden kann Hin-weise auf die Notwendigkeit von Behandlungen geben.
Insbesondere bei feuchter Vorerntewitterung empfehlen wir zum Schutz vor Fruchtmonilia den Einsatz von z.B. Signum (0,25 kg – max. 3 Anwendungen – WZ: 7 Tage).
Kernobst
Flug und Eiablagen des Schädlings haben jetzt temperaturbedingt etwas zugenommen.
Mit einem ersten nennenswerten Schlupf aus abgelegten Eiern ist zum Ende dieser Woche hin zu rechnen.
Wir empfehlen im Wochenverlauf eine erste Maßnahme mit Coragen (0,0875 l) auszubringen. Eine Folgebehandlung ist dann nach ca. 3 bis 4 Wochen einzuplanen.
Alternativ können Granuloseviruspräparate wie z.B. Madex Max (0,05 l), u.a. eingesetzt werden. Die Behandlungen müssen in wöchentlichen Abständen wiederholt werden.
Die ersten Larven der 2. Generation des Gemeinen Birnblattsaugers sind in frühen Lagen geschlüpft und beginnen mit der Einzuckerung. Wo in der vergangenen Woche der Einsatz von Movento SC (0,75 l) erfolgt ist, sollte zunächst die weitere Entwicklung beobachtet werden.
Eine Wiederholungsbehandlung kann, bei anhaltendem Befall, nach etwa 14 Tage sinnvoll sein.
Alternativ kann Kumar (1,5 kg) eingesetzt werden. Das Mittel löst vorhandenen Honigtau an und trocknet die Larven aus.
Einsatz am besten bei sonnigem, trockenem Wetter. Wegen Phytotox nicht auf feuchte Bäume behandeln.
In anfälligen Sorten lässt sich derzeit in einigen Anlagen ein sehr starker Populationsaufbau beobachten. Teilweise findet hier auch bereits eine Besiedelung der diesjährigen Triebe statt. In solchen Fällen sollte möglichst umgehend reagiert werden. Wo in der vergangenen Woche der Einsatz von Movento SC (0,75 l) erfolgt ist, kann zunächst die weitere Entwicklung beobachtet werden. Eine Wiederholungsbehandlung ist bei anhaltend starkem Befall nach etwa 14 Tagen sinnvoll sein.
Alternativ kann auch der Einsatz einer Kombination aus Teppeki (0,07 kg) + Neudosan (10 l) getestet werden. Neuere Versuchsergebnisse zeigen, dass hiermit auch eine befriedigende Wirkung auf Blutläuse erzielt werden kann. Andere Blattlausarten werden, ebenso wie beim Einsatz von Movento SC, mit bekämpft.
Vor den nächsten Niederschlägen empfehlen wir den Belag mit z.B. Malvin WG (0,6 kg) unter Zusatz eines Mehltaufungizids wie z.B. Nimrod EC (0,3 l), Flint (0,05 kg) o.a. zu erneuern. Mit Mehltau befallene Triebe kontinuierlich ausbrechen!
Soweit nicht anders erwähnt, beziehen sich die genannten Mittelmengen auf l bzw. kg pro ha und 1 m Kronenhöhe.
Termine
Techniktag ObstbauDie Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau veranstaltet auf dem Versuchsgelände Stutel in Thüngersheim einen Techniktag.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ansprechpartner
AELF Kitzingen-Würzburg
Mainbernheimer Straße 103
97318 Kitzingen
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