Obst-Info Franken

Kern- und Steinobst Nr. 26 vom 20.07.2021

Vegetationsentwicklung in frühen bis mittleren Lagen

Williams Christ

Williams Christ

Elstar

Elstar

Ruth Gerstetter

Ruth Gerstetter

Katinka

Katinka

Kernobst: BBCH 76. Kirschen: In Frühlagen ist die Ernte weitgehend beendet. Zwetschgen: Erste Sorten wie Ruth Gerstetter und Herman sind erntereif.
In der Vegetationsentwicklung sind wir gegenüber dem Vorjahr weiterhin etwa 14 bis 16 Tage zurück.

Wettervorhersage
In den nächsten Tagen erwartet uns sonniges, trockenes Wetter bei Höchsttemperaturen bis 28 °C. Ab Samstag kündigt sich eine Wetteränderung mit Niederschlägen und etwas kühleren Temperaturen an.

Kernobst

Ein starker Junifruchtfall und die insgesamt sehr wüchsigen Witterungsbedingungen haben bei den meisten Sorten zu einer guten Fruchtgrößenentwicklung geführt. Bei Sorten (Gala), bei denen noch zuviele Früchte bzw. Untergrößen vorhanden sind, sollte noch weiter von Hand ausgedünnt werden. Bei einer Beurteilung der Situation sollte bedacht werden, daß wir auch bei den Äpfel heuer mit einem, im Vergleich zum Vorjahr, um mindestens 2 Wochen späteren Erntetermin rechnen können.

Überprüfen Sie, ob noch ausreichend Schutz gegen den Apfelwickler besteht! Soweit keine Wirkung durch eine zweite Coragen-Behandlung mehr besteht, empfehlen wir ab jetzt ergänzende Behandlungen mit Granuloseviruspräparaten wie z.B. Made Max (0,05 l) in wöchentlichen Abständen.

Die insgesamt sehr feuchten Witterungsbedingungen in diesem Sommer erhöhen nicht nur die Gefahr von Fruchtschorf, sondern bieten auch anderen pilzlichen Fruchtfäulerregern günstige Bedingungen. Der Fungizidbelag sollte daher vor den nächsten Niederschlägen mit z.B. Malvin WG (0,6 kg) erneuert werden.

Bis Triebabschluss sollte auch dem Apfelmehltau ausreichend Beachtung geschenkt werden.
Mittel: z.B. Topas (0,125 l).
Genauso wichtig ist das regelmäßige Entfernen befallener Triebe.

Aufgrund des wüchsigen Wetters sind regelmäßige Calciumbehandlungen besonders wichtig. Vor allem stippeanfällige Sorten sollten im Rhythmus von etwa 10 bis 14 Tagen behandelt werden.
Mittel: Kalksalpeter/Calcinit (2,5 kg), Wuxal Calcium, Lebosol Calcium Forte SC, u.a.

Steinobst

Frühe Zwetschgensorten wie Ruth Gerstetter und Herman sind jetzt reif. Damit sind wir mehr als 2 Wochen (ca. 16 Tage) später als im Vorjahr. Die Erntetermine der mittleren und späten Sorten dürften sich entsprechend nach hin hinten verschieben.

Späte Zwetschgensorten sollten ca. 4 bis 5 Wochen vor dem voraussichtlichen Erntetermin mit Insegar (0,2 kg – WZ: 28 Tage) gegen den Pflaumenwickler behandelt werden.
Im Rahmen der Kirschessigfliegenbekämpfung besitzt auch das Mittel Exirel (0,375m l -WZ: 7 Tage) eine Nebenwirkung auf den Pflaumenwickler.

Gegen Infektionen durch den Zwetschgenrost und die Monilia-Fruchtfäule empfehlen wir, insbesondere bei feuchter Witterung den Einsatz von Fungiziden wie z.B. Luna Experience (0,2 l – WZ: 7 Tage), u.a.

In den Frühlagen ist die Kirschenernte weitgehend beendet.
Ziel ist es jetzt das Laub möglichst lange gesund zu erhalten.
Kontrollieren Sie nach der Ernte die Spinnmilbensituation in Ihren Anlagen. Zur Bekämpfung kann z.B. Kiron (0,75 l) oder Kanemite SC (0,625 l) eingesetzt werden.

Soweit nicht anders erwähnt, beziehen sich die genannten Mittelmengen auf l bzw. kg pro ha und 1 m Kronenhöhe.