Wildlebensraumberatung
Wildlebensraum-Modellgebiete in den Landkreisen Kitzingen und Würzburg

Feldhase, Biene, Regenwurm und Co. sind wichtige Bewohner unserer Kulturlandschaft. In Gadheim und Wiesenbronn setzen sich Landwirte, Jäger, Naturschützer und Kommunen gemeinschaftlich und erfolgreich für die Artenvielfalt ein. Die Wildlebensraumberatung am AELF Kitzingen-Würzburg betreut die Modellgebiete und bemüht sich um Weiterentwicklung.

Der Lebensraum offene Kulturlandschaft ist historisch durch die Landwirtschaft entstanden. Zahlreiche wildlebende Tier- und Pflanzenarten finden dort Nahrung, Unterschlupf, Orte zur Fortpflanzung und Überwinterung. Sie werden in Wiesenbronn mit besonderem Augenmerk erhalten und gepflegt. Wildtiere, Lebensräume und die Bewirtschaftung der Flächen durch die Landwirte sind eng miteinander verbunden.

Wer die Modellgebiete besucht, wird gebeten, keinen Müll oder Hundekot in der Flur zurückzulassen. Zudem empfiehlt es sich während der Brut- und Setzzeit (März-Juli) Hunde an der Leine zu führen, um die Wildtiere in dieser sensiblen Lebensphase nicht zu stören. Die Landwirte und die Umwelt werden es danken.

Wiesenbronn

Modellgebiet für Wildlebensräume

Die Gemeinde Wiesenbronn ist das erste Modellgebiet für Wildlebensräume im Landkreis Kitzingen.

Aktivierung erforderlichYouTube-Logo

Durch das Klicken auf diesen Text werden in Zukunft YouTube-Videos im gesamten Internetauftritt eingeblendet.
Aus Datenschutzgründen weisen wir darauf hin, dass nach der dauerhaften Aktivierung Daten an YouTube übermittelt werden.
Auf unserer Seite zum Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und können diese Aktivierung wieder rückgängig machen.
Wildlebensraum-Modellgebiet Wiesenbronn

Allgemeine Informationen

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (AELF) und die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim (LWG) haben die Gemeinde Wiesenbronn 2022 zum Wildlebensraum Modellgebiet ernannt, nachdem bereits in den Jahren zuvor mehrere kleine Areale entstanden sind, die für mehr Biodiversität sorgen.
Wiesenbronn liegt inmitten des Landkreises Kitzingen am Fuße des Schwanbergs. Die Aktionen rund um das Thema Wildlebensräume sind überall in und um die Ortschaft zu finden.

Treibende Kraft in Wiesenbronn ist Heinrich Wilhelm, der sich ehrenamtlich um viele Projekte kümmert.

Erfolge

Lokale Akteure waren fleißig in der Gestaltung der Flächen inner- und außerorts. In den vergangenen Jahren sind so mehrere kleine Areale entstanden, die für mehr Biodiversität sorgen:

  • ein Haufen aus Häckselmaterial schafft Lebensraum für Hirschkäfer und Blühstreifen locken Insekten als Fledermausfutter an
  • nach hinten verlegte Schnittzeitpunkte von Grünland erhalten Rückzugsmöglichkeiten während der Brut- und Setzzeit
  • auf einem brachliegenden Geländestreifen mit Steinhaufen können Bäume, Gräser und Büsche wachsen, wie sie wollen und der alte Steinbruch wurde an die Bedürfnisse der streng geschützten Gelbbauchunke angepasst
  • überall in Wiesenbronn hängen nun Nistkästen für Schleiereule, Wiedehopf und Turmfalke. Sogar auf dem Friedhof hat man sich entschieden, freiliegende Grabstellen mit insektenfreundlichen Stauden zu bepflanzen

Wildbienen-Monitoring

Seit Mai 2024 beteiligt sich Wiesenbronn mit drei Nisthilfe-Paaren in der Flur am „Wildbienen Monitoring in Agrarlandschaften“, einem Citizen-Science-Projekt des Thünen-Instituts. Das Projekt soll Daten über den Zustand und die Entwicklung der hohlraumnistenden Wildbienen und Wespen in Deutschland sammeln. Doch es können nicht nur Gemeinden mitwirken, sondern jede Person, die gerne eine Patenschaft für eine der vielen Nisthilfen-Standorte in Deutschland übernehmen möchte.

Nisthilfe-Patenschaft - Thünen-Institut Externer Link

Warum werden Information zum Zustand dieser Insekten benötigt?
Bienen, Wespen und weitere Tiere übernehmen weltweit eine essentielle Ökosystemleistung: die Bestäubung. Viele Pflanzen sind auf die Bestäubung angewiesen, um Früchte zu bilden und sich generativ zu vermehren. Durch den Artenverlust von Bestäuberinsekten steigt das Risiko, dass weniger Pflanzen bestäubt werden, was wiederum in der Landwirtschaft zu Ernteausfällen führen kann. Global werden dem aktuellen Verlust von Bestäuberinsekten laut dem Weltbiodiversitätsrat bereits Ernteausfälle im Wert von jährlich 235 bis 577 Milliarden US-Dollar zugeschrieben.

Globales IPBES-Assessment zu Biodiversität und Ökosystemleistungen Externer Link

Die erfassten Daten des Projektes geben einen besseren Einblick in das Nistverhalten der verschiedenen hohlraumnistenden Arten. Aufgrund der Zustands- und Entwicklungsdaten der Populationen sollen unsere Ökosysteme und Maßnahmen diese zu bewahren, künftig besser bewertet werden können.

Gadheim

Rundweg "Bio-Landwirtschaft und Wildlebensräume"

Eine Gruppe Menschen steht zwischen Acker und BlumenZoombild vorhanden

© Simon Vornberger

In Gadheim, Ortsteil von Veitshöchheim (Landkreis Würzburg), ist der Rundweg "Bio-Landwirtschaft und Wildlebensräume" auf Ackerflächen entstanden. Johannes Römert, Biolandwirt und Bewirtschafter der Felder entlang des Rundwegs, eröffnete ihn am geografischen Mittelpunkt Europas.
Von Ende März bis Mitte Oktober ist der Weg in der Regel beschildert. Er ist 2,5 Kilometer lang und erklärt den Unterschied zwischen konventioneller Landwirtschaft und Bio-Anbau. Auch wird dargelegt, warum mit ökologischer Landwirtschaft ein geringerer Ertrag einhergeht, welche Leistungen der Ökolandbau für Umwelt- und Ressourcenschutz erbringt und warum es dementsprechende Preise für Bio-Lebensmittel benötigt.

Karte des Lehrpfades - Landkreis Würzburg Externer Link

Geführte Wanderungen
Alle Interessierten können den Rundweg vom Frühjahr bis in den Herbst selbst erkunden oder an einer geführten Veranstaltung teilnehmen. Für die genauen Uhrzeiten oder mögliche Terminverschiebungen informieren sie sich bitte über den Terminkalender der Öko-Modellregion:

Terminkalender - Öko-Modellregion Externer Link

Teil der Öko-Modellregion

2016 stellte Johannes Römert seinen Betrieb auf Ökolandbau um und würde, trotz aller Höhen und Tiefen, nicht mehr zum vorherigen System zurückwollen, wie er selbst betont. Die Qualität der Böden habe sich verbessert und es gäbe mehr Wildtiere in und um die Felder herum.

Unterstützer

Die Gemeinde Veitshöchheim, die Vermarktungsgesellschaft der Bio-Bauern, Bioland Bayern sowie das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) unterstützen den Rundweg.

Förderung durch die Öko-Modellregion

Über den Öko-Verfügungsrahmen, den der Landkreis als Öko-Modellregion nutzen kann, erhält das Projekt eine Zuwendung von 3000 Euro. Die Mittel stammen vom Amt für Ländliche Entwicklung und vom Landkreis Würzburg. Gefördert wurden die Kosten für Design und Druck der Feldschilder sowie Materialien zur Erstellung des Rundwegs. In der Öko-Modellregion soll insbesondere auch ein Austausch zwischen Bio-Akteuren der Region gefördert werden und Netzwerke, auch über Gemeindegrenzen hinweg, entstehen.

Ökomodellregion stadt.land.wü Externer Link

Lesen Sie hierzu auch

Wildlebensraumberatung am AELF Kitzingen-Würzburg

Die Wildlebensraumberatung an unserem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt das Ziel, typische Strukturen, Tier- und Pflanzenarten in der offenen Kulturlandschaft und in den Übergängen zum Siedlungsbereich zu erhalten und zu verbessern. Mehr