Obst-Info Franken

Erdbeeren und Beerenobst Nr. 11 vom 30.04.2026

Vegetationsentwicklung in frühen bis mittleren Lagen Frankens

Clery‘-Vlies

Clery‘-Vlies

Glen Ample

Glen Ample

Marlena

Marlena

Duke

Duke

Erdbeeren:

In Wandertunneln läuft die Ernte auf Hochtouren. In verfrühten Freilandkulturen sind erste Früchte reif. Nennenswerte Erntemengen werden ab Mitte/Ende nächster Woche zu erwarten sein.

Rote Johannisbeeren:

Frühsorten: BBCH 79.

Himbeeren:

Blütenstiele strecken sich, die Einzelknospen sind noch
beisammen (BBCH 53).

Heidelbeeren:

Vollblüte.

Die Vegetationsentwicklung entspricht etwa der des Vorjahres.

Wettervorhersage:

Nach derzeitiger Prognose bleibt es zumindest bis Dienstag niederschlagsfrei. Bei überwiegend sonnigem Wetter steigen die Temperaturen bis zum Wochenende auf Werte bis zu 28 °C an. Auch in den Nächten wird es langsam wärmer, wobei die Temperaturen heute und morgen Nacht regional noch auf 2 bis 3 °C absinken können.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit für ausreichende Wasserversorgung der Kulturen achten!

Erdbeeren (Freiland)

Bevor sich die Fruchtstände zu weit absenken, sollte jetzt baldmöglichst eine Stroheinlage ausgebracht werden.

Vor der Stroheinlage kann zwischen den Reihen/Dämmen Schneckenkorn gestreut werden.
In den letzten Jahren kommt es zunehmend zu Schäden durch Vögel an den reifenden Beständen. Um dies zu vermeiden, empfehlen wir den Einsatz von Hagel- oder Vogelschutznetzen.

Vor allem in mittleren und späten Sorten in Befallslagen ab jetzt auf das Auftreten des Erdbeerblütenstechers kontrollieren! In noch nicht blühenden Beständen ist der Einsatz von Benevia (0,75 l/ha – B1) möglich.
Für die Anwendung von Mospilan SG (0,25 kg – WZ 3 Tage) gegen beißende und saugende Insekten können Einzelfallgenehmigungen nach § 22, 2 PflSchG durch die LfL erteilt werden. Bei der Anwendung ist zu beachten, daß das Mittel in Mischung mit Azolen als bienengefährlich eingestuft wird.

Möglich Fungizidstrategie zur Bekämpfung von Botrytis u.a..

1. Behandlung (Blütenschieben/vor der Blüte):

Score (0,4 l/ha. WZ: F. Max. 1x.) oder Signum* (1,8 kg/ha. WZ: 3 Tage. Max. 1x.)

2. Behandlung (Blühbeginn):

Switch* (1 kg/ha. WZ: 7 Tage. Max. 2x.) oder Kenja (1,2 l/ha. WZ: 1 Tag. Max. 2x.)

3. Behandlung (Vollblüte):

Switch* (1 kg/ha. WZ: 7 Tage. Max. 2x.) oder Kenja (1,2 l/ha. WZ: 1 Tag. Max. 2x.)

4. Behandlung (Abgehende Blüte):

Ortiva (1 l/ha. WZ: 3 Tage. Max. 3x.) + Teldor (1,5 kg/ha. WZ: 1 Tag. Max. 4x.) oder Luna Sensation* (0,8 l/ha. WZ: 3 Tage. Max. 2x.)

Achtung:

Hinsichtlich Vorgaben des LEH ist zu beachten, daß die mit * gekennzeichneten Fungizide 2 Wirkstoffe enthalten.

Kontrollen auf Spinnmilben durchführen!
Soweit eine Bekämpfung erforderlich ist, können folgende Mittel eingesetzt werden:
Vor der Blüte: Milbeknock, Milbeknock Top (1,25 l/ha)
Nach Blühbeginn: Kiron (3 l/ha – WZ: 21 Tage; Ordoval (0,32 l/ha – WZ: 3 Tage)

Strauchbeeren (Freiland)

Johannisbeeren / Stachelbeeren

Aufgrund der sehr warmen Temperaturen und des starken Wachstums besteht aktuell hoher Infektionsdruck durch Mehltaupilze. Bei Johannisbeeren und Stachelbeeren für ausreichenden Schutz sorgen!
Spritzabstände von maximal 10 Tagen einhalten.
Einsetzbare Mittel:

• Folicur / Tebu 25 (0,8 l/ha)
• Kumar / Vitisan (5 kg/ha)
• Nimrod EC (1 l/ha)
• Signum (1 kg/ha)
• Talius / Talendo (0,375 l/ha

Kontrollen auf Blattläuse durchführen!
Zur Bekämpfung können folgende Mittel zum Einsatz kommen:

• Teppeki (0,14 kg/ha. WZ: 10 Tage. B2)
• NeemAzal T/S (3 l/ha. WZ: 7 Tage. B4)

Achtung:

Der Einsatz von Mospilan SG in Johannisbeeren ist aufgrund der Absenkung des RHG im vergan-genen Jahr nicht mehr zulässig!

Himbeere/Brombeere

Kontrollen auf Spinnmilben durchführen!
Bei Befall kann Kiron (1,5 l. WZ: 21 Tage) eingesetzt werden

Rutenmanagement

s. Obst-Info Nr. 08-26

Heidelbeeren

Während der Blüte, insbesondere vor Niederschlägen, empfehlen wir 1 bis 2 Behandlungen gegen Pilzkran-keiten wie z.B. Colletotrichum oder Botrytis durchzuführen.
Mittel: Switch (1 kg/ha) oder Signum (1 kg/ha).
In Containerkulturen auf ausreichende Nährstoffversorgung achten! Regelmäßig (zumindest wöchentlich) fertigieren! Einsatz von sauer wirkenden NPK-Düngern (Agriplant, Kristallon, …) im Wechsel mit schwefel-saurem Ammoniak. Um Salzschäden zu vermeiden, nicht zu hohe Konzentrationen einspeisen. Beim Ein-satz von Proportionaldosierern (Dosatron, Mixrite), EC-Werte von max. ca. 1,6 -1,8 (incl. EC-Wert des Was-sers) einstellen.
Im Bypass-Verfahren, z.B. mit Düngetank, o.a. Einspeisungstechniken Gebrauchskonzentrationen von etwa 1 g Dünger pro Liter Wasser nicht wesentlich überschreiten.

Ansprechpartner

Thomas Riehl
AELF Kitzingen-Würzburg
Mainbernheimer Straße 103
97318 Kitzingen
Telefon: 09321 3009-1420
Mobil: +49 173 8637484
Fax: 09321 3009-1011
E-Mail: poststelle@aelf-kw.bayern.de