Obst-Info Franken

Erdbeeren und Beerenobst Nr. 8 vom 09.04.2026

Vegetationsentwicklung in frühen bis mittleren Lagen Frankens

Clery-Tunnel

Clery-Tunnel

Glen Ample

Glen Ample

Marlena

Marlena

Duke

Duke

Erdbeeren-Tunnel:

Fortgeschrittenes Fruchtwachstum. Strauchbeeren: Frühe Rote Johannisbeersorten sind in Vollblüte (BBCH 65). An den Tragruten von Himbeeren und Brombeeren entfalten sich die Blätter. Bei Heidelbeeren sind die geschlossenen pinkfarbenen Blütenblätter sichtbar (‘Early pink bud‘). Die Vegetationsentwicklung entspricht mittlerweile wieder weitgehend der des Vorjahres.

Wettervorhersage:

Heute Nacht Durchzug eines Regengebietes, das aber nur wenig Niederschlag bringt. Am Freitag überwiegend bewölkt mit Höchsttemperaturen von nur noch14 °C. Am Samstag wieder überwiegend sonnig bei Temperaturen bis 20 °C. Sonntag bis Mittwoch wieder kühler mit Niederschlägen.

Erdbeeren (Tunnel)

Nach der Blüte weiterhin auf ausreichenden Schutz vor dem Erdbeermehltau achten.
Vorbeugende Behandlungen mit mehltauwirksamen Fungiziden durchführen!
Einsetzbare Mittel: Signum*/Bigalo*, Cobalt* (1,8 kg/ha; WZ: 3 Tage), Dagonis (0,6 l; WZ: 1 Tag), Azofin
Plus/LS Azoxy/Clayton Augusta/Pantha/Ortiva (1 l/ha; WZ: 3 Tage), Nimrod EC (1 l/ha; WZ: 3 Tage); Talius/
Talendo (0,375 l/ha; WZ: 3 Tage); Topas (0,5 l; WZ: 3 Tage).
Achtung: Hinsichtlich Vorgaben des LEH ist zu beachten, dass die mit * gekennzeichneten Fungizide 2 Wirkstoffe enthalten.

Auf ausreichende Nährstoffversorgung der Pflanzen achten. Fertigationsgaben von 4-5 kg N/ha und Woche können sinnvoll sein. Hierfür kann Kalksalpeter oder zur Ernte hin dann auch Kalinitrat zum Einsatz kommen.
Den Bedarf ergänzen ggf. 1 bis 2 Gaben Bittersalz.
Die Bodenfeuchte (Saugspannung) sollte ab Blüte bis Ende Ernte, bei 180 bis 120 hPa liegen.

Erdbeeren (Freiland)

Zum Schieben der Blütenstände sollte eine erste fungizide Maßnahme gegen Gnomonia erfolgen und ab Blühbeginn mit den Maßnahmen gegen Botrytis begonnen werden.

Eine mögliche Fungizid-Strategie könnte wie folgt aussehen:

  • 1. Behandlung (Blütenschieben/vor der Blüte):
    Score (0,4 l/ha. WZ: F. Max. 1x.) oder Signum* (1,8 kg/ha. WZ: 3 Tage. Max. 1x.)
  • 2. Behandlung (Blühbeginn):
    Switch* (1 kg/ha. WZ: 7 Tage. Max. 2x.) oder Kenja (1,2 l/ha. WZ: 1 Tag. Max. 2x.)
  • 3. Behandlung (Vollblüte):
    Switch* (1 kg/ha. WZ: 7 Tage. Max. 2x.) oder Kenja (1,2 l/ha. WZ: 1 Tag. Max. 2x.)
  • 4. Behandlung (Abgehende Blüte):
    Ortiva (1 l/ha. WZ: 3 Tage. Max. 3x.) + Teldor (1,5 kg/ha. WZ: 1 Tag. Max. 4x.) oder
    Luna Sensation* (0,8 l/ha. WZ: 3 Tage. Max. 2x.)
Achtung:

Hinsichtlich Vorgaben des LEH ist zu beachten, daß die mit * gekennzeichneten Fungizide 2 Wirkstoffe enthalten.

Insbesondere in verfrühten Freilandbeständen Kontrollen auf Blattläuse und Spinnmilben durchführen!
Zur Bekämpfung stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Blattläuse:

• Teppeki (0,14 kg/ha. WZ: 3 Tage. Max. 2x. B2)
• Karate Zeon (0,075 l/ha. WZ: 3 Tage. Max. 2x. B4 (in Mischung mit Azolen = B1.)

Spinnmilben:

• Milbeknock (1,25 l/ha. WZ: F. Einsatz nur vor der Blüte! Max. 1x. B1.)
• Movento SC 100 (1l/ha. WZ: F. Einsatz bis 14 Tage vor der Blüte. Max. 1x. B1.)
Nach Blühbeginn können noch eingesetzt werden:
• Kiron (3 l/ha. WZ: 21 Tage. Max. 1x. B4.)
• Ordoval (0,32 kg/ha. WZ: 3 Tage. Max. 1x. B4.)

Zur Unkrautbekämpfung können im Freiland vor der Blüte noch folgende Präparate eingesetzt werden:

• Betasana SC, Betosip SC (bis 6 l/ha)
• Bakata, Cadou SC (0,3 l/ha) – Aufbrauchfrist bis 05.12.2026
• Colzamid, Naprop 450 (2,5 l/ha)
• Flexidor, “zu Vegetationsbeginn“ (bis 0,2 l/ha)
• Focus Ultra (2,5 l/ha)
• Fusilade Max, WZ: 42 Tage (1 l/ha)
• Lontrel 720 SG (0,167 kg/ha), Vivendi 100 (1,2 l/ha)
• Spectrum (bis 1,4 l/ha)

Unkrautbekämpfung in Frigo-Neupflanzungen

Direkt nach dem Pflanzen: Naprop 450 (2 - 2,5 l /ha) + Flexidor (0,2 – 0,3 l/ha)
oder alternativ
Nach dem Anwachsen: Betasana/Betosip (3 - 6 l/ha) + Spectrum (0,7 – 1,4 l/ha)

Für eine gute Wirkung von Bodenherbiziden muss der Boden feucht sein.

Strauchbeeren (Freiland)

Zum Entfernen mit Quickdown (2 l/ha) + Toil (0,8 l/ha) haben die Bodentriebe in Heckenanlagen von Johan-nisbeeren derzeit zumeist eine optimale Höhe (5-15 cm). Das Mittel besitzt ein hohes Abtriftpotential und sollte entsprechend vorsichtig eingesetzt werden. Das Entfernen bzw. Auslichten der Bodentriebe senkt auch den Infektionsdruck durch Mehltaupilze im Bestand.

Auch bei Sommerhimbeeren hat sich ein entsprechendes Entfernen des ersten Jungrutenschubs im Verlauf des Aprils bewährt. Die erst später neu aufwachsenden Ruten sind gesünder, da sie in der Regel keinen Frosttemperaturen mehr ausgesetzt sind und weniger lang im Schatten der Tragruten wachsen. Alternativ zum Abbrennen können die Jungruten auch einmalig von Hand herausgeschnitten werden.

Unkrautbekämpfung

Als Gräsermittel kann bei johannisbeerartigem und himbeerartigem Beerenobst vor der Blüte Fusilade Max (1-2 l/ha) oder Select (0,75 l/ha) in Mischung mit Actirob B (1l/ha) zum Einsatz kommen.

Bei wärmeren Temperaturen Mehltaubekämpfung an Johannisbeeren und Stachelbeeren, in regelmäßigen Abständen fortführen.

Einsetzbare Mittel:

  • Folicur / Tebu 25 (0,8 l/ha)
  • Kumar / Vitisan (5 kg/ha)
  • Nimrod EC (1 l/ha)
  • Signum (1 kg/ha)
  • Talius / Talendo (0,375 l/ha

Kontrollen auf Frostspanner u.a. schädigende Raupen durchführen.

Bei Befall ist der Einsatz folgender Mittel möglich:

  • Neem Azal (3 l/ha)
  • Xen Tari / Florbac / Dipel DF(1 kg/ha)
  • Spruzit Neu (10 l/ha)
  • Raptol HP (1 l/ha)

Erteilbare Genehmigungen nach §22 Abs. 2

Auf Antrag können durch die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) verschiedene Genehmigungen nach § 22 Abs. 2 Pflanzenschutzgesetz (Einzelfallgenehmigungen) für Erdbeeren und Strauchbeeren erteilt wer-den.

Details entnehmen Sie bitte der angehängten Datei. pdf 592 KB

Ansprechpartner

Thomas Riehl
AELF Kitzingen-Würzburg
Mainbernheimer Straße 103
97318 Kitzingen
Telefon: 09321 3009-1420
Mobil: +49 173 8637484
Fax: 09321 3009-1011
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