Wildlebensraumberatung am AELF Kitzingen-Würzburg

Feldhase

© M. Schäf

Die Wildlebensraumberatung an unserem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt das Ziel, typische Strukturen, Tier- und Pflanzenarten in der offenen Kulturlandschaft und in den Übergängen zum Siedlungsbereich zu erhalten und zu verbessern.

Sie ist Ansprechpartner und Berater für Landwirte konventionell und ökologisch wirtschaftender Betriebe, Jäger und Jagdgenossen, Imker, Verbände, Kommunen, Bürger sowie weitere interessierte Akteure. Sie unterstützt diese bei der Gestaltung und Umsetzung von geeigneten Maßnahmen.

Persönlicher Wille und praxisbezogene Beratung wichtig
Entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen sind der persönliche Wille aller Beteiligten und eine praxisbezogene Beratung. Durch gemeinsames Handeln von Landwirten und weiteren lokalen Akteuren lassen sich wertvolle Lebensräume entwickeln.

Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm
Ob Blühflächen am Waldrand oder in der Feldflur, Hecken, artenreiches Grünland, Streuobst, Zwischenfruchtanbau in der kargen Jahreszeit - eine Fülle an Maßnahmen fördert die Biodiversität in Bayern. Das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) bietet finanzielle Unterstützung zur Umsetzung gezielter Maßnahmen.

Kurzfilm

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Gelebter Artenschutz und Biodiversität
Wiesenbronn ist Modellgebiet für Wildlebensräume

Vier Personen pflanzen gemeinsam einen BaumZoombild vorhanden

© Simon Vornberger

Die Gemeinde Wiesenbronn ist zum Modellgebiet für Wildlebensräume ernannt worden – das erste im Landkreis Kitzingen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg (AELF) und die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) haben am 26. September 2022 eine entsprechende Plakette überreicht. Treibende Kraft in Wiesenbronn ist Heinrich Wilhelm, der sich ehrenamtlich um viele Projekte kümmert. So sind in den letzten Jahren mehrere kleine Areale entstanden, die für mehr Biodiversität sorgen:
  • ein Haufen aus Häckselmaterial schafft Lebensraum für Hirschkäfer,
  • Blühstreifen locken Insekten als Fledermausfutter an
  • auf einem brachliegenden Geländestreifen mit Steinhaufen können Bäume, Gräser und Büsche wachsen, wie sie wollen
  • der alte Steinbruch wurde an die Bedürfnisse der streng geschützten Gelbbauchunke angepasst
  • überall in Wiesenbronn hängen nun Nistkästen für Schleiereule, Wiedehopf und Turmfalke
  • sogar auf dem Friedhof hat man sich entschieden, freiliegende Grabstellen mit insektenfreundlichen Stauden zu bepflanzen

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Engagierte Landwirte im ganzen Landkreis
Auch viele andere Landwirte im Landkreis Kitzingen engagieren sich für einen vielfältigen Wildlebensraum. So wurden im Jahr 2022
  • rund 200 Hektar Gewässer und Erosionsschutzstreifen
  • rund 530 Hektar Blühflächen und Blühstreifen
  • rund 14 Hektar Altgrasstreifen und
  • rund 500 neue Streuobstbäume angelegt.
Das alles sind Maßnahmen, die für bessere Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen sorgen, eine strukturreiche Kulturlandschaft schaffen und so die fränkische Artenvielfalt fördern.

Bio-Landwirtschaft und Wildlebensräume - Rundweg in Gadheim

Eine Gruppe Menschen steht zwischen Acker und BlumenZoombild vorhanden

© Simon Vornberger

Der Rundweg "Bio-Landwirtschaft und Wildlebensräume" zog im Mai 2023 Gäste aus Politik, Verwaltung, Bio-Branche und Landwirtschaft nach Gadheim. Am geografischen Mittelpunkt Europas eröffnete Johannes Römert - Biolandwirt und Bewirtschafter der Felder entlang des Rundwegs – den neuen Rundweg. Er gab sein Wissen an 13 Stationen weiter.
Der 2,5 Kilometer lange Rundweg erklärt Besucherinnen und Besuchern den Unterschied zwischen konventioneller Landwirtschaft und Bio-Anbau. Auch wird verständlich dargelegt, warum mit ökologischer Landwirtschaft ein geringerer Ertrag einhergeht, welche Leistungen der Ökolandbau für Umwelt- und Ressourcenschutz erbringt und warum es dementsprechende Preise für Bio-Lebensmittel benötigt.
Umstellung nicht bereut

2016 stellte Römert seinen Betrieb auf Ökolandbau um und würde, trotz aller Höhen und Tiefen, nicht mehr zum vorherigen System zurückwollen, wie er selbst betonte. Die Qualität der Böden habe sich verbessert und es gäbe mehr Wildtiere in und um die Felder herum.

Ein Mann mit Cap und weißem Bart hebt die Hand, um zu erklären.Zoombild vorhanden

© Simon Vornberger

Große Freude bei allen Beteiligten
Landrat Thomas Eberth zeigte sich von der wiedergewonnen ökologischen Vielfalt begeistert: Der Standort sei ein wunderschönes Fleckchen Erde, zu dem die Landwirte einen beachtlichen Teil beigetragen haben. Harald Blankart, Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), lobte den Rundweg und die engagierten Partner: "Nur durch die Zusammenarbeit so vieler motivierter Akteure aus Landwirtschaft, Jagd und Verbänden war es möglich, so ein schönes, öffentlichkeitswirksames Projekt auf die Beine zu stellen." Die Gemeinde Veitshöchheim, die ermarktungsgesellschaft der Bio-Bauern, Bioland Bayern sowie das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) unterstützten den Rundweg
Förderung durch die Öko-Modellregion
Über den Öko-Verfügungsrahmen, den der Landkreis als Öko-Modellregion nutzen kann, erhält das Projekt eine Zuwendung von 3000 Euro. Die Mittel stammen vom Amt für ländliche Entwicklung und vom Landkreis Würzburg. Gefördert wurden die Kosten für Design und Druck der Feldschilder sowie Materialien zur Erstellung des Rundwegs. In der Öko-Modellregion soll insbesondere auch ein Austausch zwischen Bio-Akteuren der Region gefördert werden und Netzwerke, auch über Gemeindegrenzen hinweg, entstehen.
Besuch bis Ende August möglich

Alle Interessierten können den Rundweg noch bis Ende August selbst erkunden und dabei jede Menge Wissenswertes über Bio-Landwirtschaft und Wildlebensräume erfahren.